- Es ist Krieg, die Welt aber noch intakt. Keiner meiner Freunde hätte nach dem Wehrdienst geglaubt noch einmal in die alte Kaserne einzuziehen. -
... ich lief durch das Bunker-/Bergwerksgeflecht, das wie Adern das Massiv durchzog ab. Ich habe Angst und ich weiß nicht wie ich hierhin gekommen bin, aber irgendwie scheine ich dazuzugehören. Ich habe die falschen Klamotten an, mir fehlt so ein SS-Mantel, mir fehlen die Stiefel und dieser Gang. Ich öffne diese riesige Stahltür. Angst macht sich in mir breit, wie das Licht der fahlen Metallleuchter von der Decke. Der Boden ist lehmig und weich, ich mache 2 Gestalten am anderen Ende der Halle aus. Sie tragen die Mäntel. Vor ihnen kniend drei Jugendliche, etwas jünger als ich. Ich an die Ostseite der Halle, näher heran an die Gruppe, aber in Hörweite und vor die Spinde. Ich finde passende Kleidung. Stiefel - Größe 44, Militärhose und Feldbluse. Ich ziehe mich an. Etwas ist faul, ich höre die 2 Männer die Jungen anschreien, sie bekommen Instruktionen und scheinen verängstigt. Jetzt erst bemerke ich eine dritte Person, die neben mir den Boden aushebt, da klafft ein Loch, dort wo ich meine Schuhe abgestellt habe rutschen jene langsam in ein sich erweiterndes Loch. Ich habe Mitleid mit den 3 Jugendlichen, will aber auch weiter, etwas treibt mich. Ich gehe auf den Hinterausgang zu, weiche den Blicken aus, sehe keinen direkt an, starre in das Loch. "Wo willst du hin?" Angst fährt in meine Beine. Einer der Typen trägt eine Waffe, der Andere sicher auch, der Mantel macht es schwer so etwas zu sehen. Ich verliere kurz einen Gedanken daran ob ich überhaupt Schulterklappen trage. Welchen Dienstgrad habe ich? Die Uniform? Er fragt mich nach meiner Einheit. Ich antworte (ohne Militärstruktur). Ich versuche das Gespräch abzubrechen, er ufert es aus. Er erzählt er war erst in Memeln(?) schießen, ob ich denn auch dort war. Ich müsse doch auch Schießen gelernt haben. Dann soll ich ihm einen Dienst erweisen (das gilt dann wohl als Befehl). Ich ahne fürchterliches: das Loch, die Jugendlichen, ich bekomme sein Gewehr. Mein Puls rast, ich schwitze, ob der Kälte. - Ich sehe mich vor dem Kriegsgericht stehen, argumentieren. - das Tor öffnet sich, es fährt hoch, etwa 50 Menschen stürmen herein, 4 tragen einen Stahlrammbock. Die Menge rast auf die Tür, durch die ich gekommen bin zu. Die Situation wird merkwüdiger, der Typ dreht sich in Richtung der Menge und sagt: "Warte kurz, Kumpel!". Ich wäge meine Chancen ab und flüchte unter dem Tor nach draußen, im Augenwinkel sehe ich auch die Jugendlichen aufspringen und mit nach draußen laufen. Fahles Licht blendet meine Augen der Staub glitzert bernsteingelb auf dem mittelalterlichen Marktplatz auf dem ich jetzt stehe, die Farben haben sich nicht verändert, im Bunker braun, draußen braun. Ich springe auf die überdachte Ladefläche eines alten LKWs, der mit einigen Holzfässern beladen ist. Einige Leute folgen mir, ich springe an einer Seite der LKW-Überdachung hoch, greife die Metallstrebe und schwinge mich hoch auf das Dach. Ich schaue meine Umgebung in einer kompletten Umdrehung ab, alles so unreal, der Himmel gelb, wie eine Glübirne durch alte dicke Leinen...
Hab ich so geträumt - seltsam.
Kann man das verarbeiten? Inspiriert das jemanden? Was heißt es?