- Kurt Lewin

Theorien sammeln sich ja so einige über die Zeit an. In meiner Welt z.B. kacken Frauen nicht, das ist so, die Theorie dahinter ist, dass diese grazilen Wesen bei der Nahrungsaufnahme Nahrung aufnehmen, die dann ausschließlich über die Haut als Blumenduft ausgeschieden wird [sic]. Jetzt mal ehrlich - kann sich jemand Monica Bellucci mit angestrengt rotem Kopf beim Kacken vorstellen? Eben.

Darüber möchte ich aber nicht reden  schreiben. Man kann ja jeden Mist zu einer Wissenschaft aufblasen. Es gibt Dinge die kann man einfach erklären oder mit Fachtermini ausdehnen um das eigene Profil hervorzudrücken.

Es gibt da zum Beispiel, den Thomas Mann, dessen Buch "Erzählungen" vor kurzem nach einer Party im Schlafraum herumlag. Für die die es nicht wissen, ich leide unter einer Art "Muss-alles-lesen-was-irgendwo-steht-Krankheit". Ich lese ständig, auf dem Klo Zeitschriften (welcher Kurve zum ersten Teil), wenn diese nicht vorhanden sind die Inhaltsangabe oder Werbeversprechen von Haarpflegeprodukten oder oder oder. Ich lese im Wartezimmer soviele Artikel und wie ich nur kann und auch bis zu dem Zeitpunkt zu dem ich aufgerufen werde. Ich lese Aufkleber an Bushaltestellen und in Baumrinde geritzte Liebeserklärungen und manchmal leider auch 8-seitige-Liebesbriefe...

44.Caliber-Loveletter

Zurück zu Herrn Mann. Ich habe einen etwas "lesemüden" Freund dann als Gute-Morgen-Geschichte die ersten beiden Sätze aus "Tod in Venedig" vorgelesen. Das klingt vielleicht komisch, wird aber noch ganz groß. Thomas Mann muss sich scheinbar beweisen, indem er 2 Sätze über eine Buchseite in Schachtelsätzen erstreckt. Garniert wird dieser Bildungsbeweis mit tollen - wenig bis überhaupt nicht gebräuchlichen Wörtern die den mentalen Zustand der Protagonisten beschreiben. (Ich gebe auch zu das ich sonst nichts von ihm gelesen habe.)

Wenn sich jemand das Lesen abgewöhnen möchte oder gern weniger lesen möchte oder Freunden/Verwandten/Kindern/Jugendlichen die Freude am Lesen verderben möchte dann schenke man diesem etwas von Herrn Mann.

Selbst durch "Mephisto" habe ich mich zu Gymnasialzeiten bis zur Hälfte gequält. Klaus Mann muss sich auch beweisen und zur Schau stellen, dass auch er, hochgebildet aus dem Schriftstellerhause, Sätze super schachteln kann und sich einer vielleicht damals schon antiquierten Schreibe bedient.

Wer dank dem Namen Mephisto an Hellboy, Dämonen, dem Typen aus Faust oder sonst irgendetwas "cooles" denkt hat verloren. Wer meint Regimekritik oder Geschichte in dem Buch zu finden liegt falsch. Aber keine Angst ich lag in solchen Dingen auch schon falsch. Ich dachte damals die Bundeswehr ist sowas wie ein riesen Pfadfinderlager oder Agentenausbildungszentrum und dass es bestimmt "cool" ist durch den heimischen Wald zu robben und Überlebenstips mitzunehmen. Dem ist nicht so, in Wirklichkeit ist es kalt und man muss von Leuten Befehle entgegenehmen, die man im Reallife eher meiden oder wahlweise verachten würde (und ja es gab auch einige tolle Menschen dort). Befehle die auf unrealistischsten V-Fällen (Verteidigungsfällen) und veralteten Methoden (Gruppendynamik) erbaut waren.

Der Wald - in Echt!

Theorien sind manchmal soweit von der Praxis entfernt wie Beethoven vom Boxen und doch sind diese manchmal durchaus praktisch - ich empfehle meinen Studentgruppenguide und mich über's Wochenende...

"Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie."