Peking ist das Zentrum der Macht, der politische Kernpunkt Chinas und der Ort des Treffens der DAAD-Stipendiaten (DAAD - Deutscher Akademischer Austausch Dienst) am vergangenen Wochenende. Budgetrestriktionen meinerseits hätten eine solch frühe Reise nicht zugelassen, so war es mir aber möglich, mit nahzu vollständig übernommenem Anreisekosten, Übernachtungsmöglichkeit und Verpflegung von seiten derer die mir schon die Studiengebühren in China erlassen, dorthin zu schaukeln und mich einmal umzusehen.

Peking ist auch nur so'ne Stadt in China - irgendwie nicht mit Shanghai vergleichbar, hier sind die Häuser höher, der Verkehr lauter, kleine Straßen chaotischer, Konsum ist verlockender und die Propaganda nicht allgegenwärtig. Peking ist ruhiger, ordentlicher, politischer, vielleicht chinesischer und geordneter - das kann man sehen, wenn man eine Achse von Maos Bild durch verlängerte Stirn und Kinn durch die Stadt zieht - das kann man hören, denn es ist ruhiger und man kann es spüren, denn in einer an Wasserarmut leidenden Stadt wird etwa 50 mal im Jahr Wettergott gespielt (des Nächtens, denn wer will schon das es am Tag auf irgendwelche Sehenswürdigkeiten regnet).

4 Tage Peking sind ausreichend. Die Mauer muss man gesehen haben, da ging es mit Seilbahn rauf und mit der Sommerrodelbahn runter und der Abschnitt, den man eigentlich nicht begehen darf ist auch der Schönste (nein, wir wurden nicht von Tigern gefressen, nicht einmal angeknabbert) und wer kann denn schon Englisch oder Chinesisch? Auf der Mauer stehen sehr nette Menschen, die Bier und andere Getränke feilbieten und diese auf die Mauer geschleppt haben - einer dieser Menschen hat auch gleich das beste Gruppenfoto geknipst und ist für ein Bier, ganz viele Treppen auf- und abgerannt, was nicht nötig war (und nicht gewollt), aber superlieb. Man darf von einem Weltwunder in China standesgemäß mit einer Sommelrodelbahn Abschied nehmen und wird unten von Menschen in Kostümen empfangen die einen "töten" und das Foto kostet dann einen Euro - ist nur superschön, wenn man weiß das nichts (auf der Welt und auf der Mauer) umsonst ist. Der Lhama Tempel ist ein wunderhübscher Tempel mit einer gigantischen Buddhastatue und dem üblichen Tempeltünnef und dieser Tempel innehaftenden "magischen" Atmosphäre. Der Drumtower bietet eine guten Blick über die Stadt, der nur vom Kohlehügel getoppt werden kann. Die verbotene Stadt heißt bestimmt so, weil es fast immer darin verboten ist, die Gebäude zu betreten und die Tore sind bis zum Zweiten beeindruckend und imposant und dann verfängt man sich in einer Endlosschleife von Toren und Plätzen. Peking bietet Unmengen an Fakemärkten, hübschen Einkaufsstraßen, McDonalds und KFC's (weil in Deutschland eher unbekannt: Kentucky Fried Chicken).

Das Treffen der DAAD Stipendiaten war gleichzeitig ein Wiedersehen mit vielen unserer Zwickauer Kommilitonen und mit Kulturprogramm und Vorträgen, bei welchen der von Frank Sieren (Autor, Auslandkorrespondent der Zeit) hervorzuheben war, ich hätte gern noch den ganzen Tag gelauscht. Es gab auch eine Frau, die mir dort überhaupt nicht zugesagt hat und über derer Gebahren lasse ich mich hier nicht aus, aber die Veranstaltung war gelungen, wenn ich mir auch als Selbstzahler (das ist der Name unseres Stipendiums, bei dem die Studiengebühren übernommen werden) wie ein Stpendiat zweiter Klasse vorkam (bin ich evtl. auch), aber als Kunstbanause möchte ich mich nicht betiteln oder betiteln lassen.

Gelungenes Wochenende das mitten in der Woche und im Studieralltag China endet und die Kälte haben wir auch von Peking mitgebracht und die Klimaanlage dient nun als Heizung, macht ihren Job aber eher schlecht als recht. Jetzt werde ich mal wieder lernen, denn ich muss ja auch Prüfungen bestehen - Bologna sei Dank!!!

Peking ist doch auch nur so 'ne Stadt...