Im Ernst! Man feiert im Ausland eine Weihnachtsparty mit Menschen aus China (natürlich), Deutschland (auch klar), Kanada, Australien (die nächsten beiden Lieblingsländer von mir - kommen ausschließlich coole Leute her), Korea, Japan, Indonesien, von den Philippinen, Schottland und und und. Gesprochen wird dann ein Sprachwirrwarr aus größtenteils Englisch mit eingestreuten chinesischen Fachwörtern, manchmal deutsch und den Rest hört man auch mal raus. Es gibt ja Menschen die sind von Geburt an international - da haben die Eltern zum Beispiel entschieden, bei jeder Geburt eines Kindes, in ein anderes Land zu reisen und dort zu leben. Manche sind so international wie ich: "Ich war schonmal in der Tschechei." (quasi bin ich über den Dorfbach gesprungen) und doch schlage ich mich hier ganz gut - vielleicht weil mein Heimatdorf ein Miniaturabbild der Welt ist. Es gibt die Besserwisser, die Lokalpatrioten, die dicken Freunde (nicht im physischen Sinne), ganze Familien denen man sich angehörig gefühlt, Banden und Liebeleien - findet man hier, auf der Welt und in Rittersgrün.
Zu den besuchten Reiseorten darf seit Freitag noch Nanjing hinzugeschrieben und abgehakt werden und ich halte nicht hinter dem Berg - es gab dort für uns alle - Hund. Jeder "sag-mal-was-auf-chinesisch-Sager" erwartet und weiß doch (tief im innersten) das man in China und den dazugehörigen China-Restaurants dauernd Hundefleisch vorgesetzt bekommt - was natürlich nicht stimmt. In Shanghai ist es relativ schwierig "ausgefallenes" Essen zu bekommen und damit meine ich nicht Schokolade-mit-Chillizusatz-ausgefallen, sondern Insekten oder Skorpione, Schlangen, meinetwegen auch Hundefleisch. Unweit der Wohnung unserer Freunde in Nanjing befindet sich ein Restaurant welches diese Spezialität anbietet. Nach 10 min. steht dann ein großer, brodelnder und nett anzusehender Kochtopf auf der Drehtafel auf dem Tisch und man bedient sich am scharfen Hund. Hundefleisch schmeckt wie extrem zartes Wild und wird leider, wie so vieles in China mitsamt der Knochen im Fleisch serviert - definitiv eine Erfahrung - muss man aber nicht unbedingt wiederholen - kann man aber.
In China glaubt einem niemand, wenn man Mitte 25 ist, dass man ü 10 Freundinnen hatte (die wirkliche Zahl verberge ich mal) und man soll mit 18 auch, um Gottes Willen, keine Kondome benutzen (vielleicht besser ohne?) und um den Bogen zum Titel zu bekommen - Schwule sind auch nicht "normal" (aus chinesischer Perspektive), ich hab auch gehört das man verwundert ist, dass dunkelhäutige Menschen nicht abfärben - all das sage ich um mal ein paar Zahlen einzubauen und der Überschrift nicht-vorhanden-Tiefe zu verleihen.
Bald kommt dann auch der Mann in Rot, womit ich nicht den "Power Ranger" meine - der hat eh nen kleineren Sack und muss auch nicht die ganze Welt beliefern, sondern den Weihnachtsmaus aka Santa Claus aka Väterchen Frost aka Nic(/k)olaus aka Mann-in-Coca-Cola-Werbefarben (danke Herr Rödel!). Wir haben diesen Typen (ganz international) durch uns ersetzt und wichteln durch die Gegend - ich freu mich!
Ich wünsche mir Schnee und ganz gerne den 24.Dezember im hoffentlich verschneiten Erzgebirge, was ich mir nicht erfüllen kann, aber ich wünsche allen ein frohes und glückliches Weihnachtsfest...
... und damit am Ende meiner Rede geklatscht wird sag ich und wünsche mir noch, wie die Models bei "Miss Undercover": "Weltfrieden!" - Ernsthaft - habt euch wenigstens einen Tag im Jahr mal alle lieb!